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(Dieser Beitrag enthält einige Filmspoiler betreffend Oblivion, I am Legend und Savages.)

Wisst ihr eigentlich, wie viele Filme uns das (amerikanische) „massenrepräsentative“ Testpublikum schon verdorben hat? Wie viele Enden glatt gebügelt wurden, damit die armen Mainstream-People keine Taschentücher zücken müssen und nachdenklich den Kinosaal verlassen? Damit die Versicherung des Popcornverkäufers nicht die Behandlung für im Halse steckengebliebene Mais-Leckereien zahlen muss?

Ich weiß es auch nicht. Zum Glück. Sonst müsste ich vermutlich an Ort und Stelle in Tränen ausbrechen und um die potentiell guten Filme weinen, die mies und bösartig gleichgebogen und verstümmelt wurden, damit sie für die Kinomassen (und ja, man kann das „m“ auch durch ein „k“ ersetzten) geeignet sind.

Gestern Abend habe ich mir „Oblivion“angesehen. Das Ganze war ganz ok, ganz nett. Simpel, wenig überraschend. Und natürlich: zuckersüß endend. Warum kann man einen Film, der Endzeitstimmung bedeutet, in dem es um die (Fast-)Zerstörung der Welt geht, nicht mal bitter enden lassen? Ist es für das Gesamtbild einer sterbenden Erde wirklich so wichtig, das Einzelschicksal zweier Menschen möglichst komfortabel ausgehen zu lassen? Kommt schon, Filmemacher. Diesen Zucker am Ende brauchen wir nicht. Wir schaffen es auch so, Kino zu konsumieren.

Dasselbe bei „I am Legend“

I am Legend - Ein Film mit verbogenem, massentauglischem Ende. Schade.

I am Legend – Ein Film mit verbogenem, massentauglischem Ende. Schade.

Ebenso zucker das Kinoende von „I am Legend“: Im Film kommt zwar der Held, verkörpert von Will Smith, ums Leben, seine Begleiterin und deren Kind finden aber eine „letzte menschliche Festung“ inmitten einer von Zombies bevölkerten Welt. Juhu! Und das sogar mit einem Gegenmittel bewaffnet. Welt gerettet! Scheinbar. In der Originalvorlage gibt es keine von Menschen bewohnte Festung mehr. Es gibt keine Chance auf Heilung und keine auf Rettung der Menschheit. Na und? Dafür wird ein vollkommen anderer Aspekt aufgezeigt: Der Protagonist, der bis zum Ende ein „Heilmittel“ finden will, erkennt am Ende: Das sind keine Kranken. Das sind keine Wilden. Das sind zwar Andersartige, aber sie haben Kultur, sie haben Emotionen, sie sind gleichwertig. Und er gibt einfach auf. Ohne Heldeneinlage. Er akzeptiert die Infizierten als neue Bewohner der Erde. Ist das nicht auch ein schönes Ende? Auch wenn es zum Nachdenken anregt, auch wenn es die Gut/Böse-Einteilung nicht mehr zulässt und der  Mensch nicht mehr die „Überrasse“ ist. Den FIlmemachern und dem Testpublikum hat dieses Ende leider nicht gefallen. Also zack! hat Hollywood das Bügeleisen herausgeholt und alles schon glatt gemacht, damit es mit dem Liter Kino-Cola leichter runtergeht. Zombies sind ja schließlich böse, das weiß doch jeder. Die können nicht schlussendlich gewinnen. Wir sind schließlich die Menschen hier.

Und schlussendlich muss ich mich leider noch über Savages aufregen. 

Savages – Grandioser Film, schlimmes Ende.

Ein grandioser Film – wenn man fünf Minuten vor Ende einfach ausschaltet. Im Buch endet es genau da, wo es enden soll: alle tot. Traurig, aber unheimlich stimmig und sehr passend. Auch im Film wunderschön inszeniert, so wie es die Originalvorlage erzählt. Nur dann passiert im Film etwas Seltsames. Nunja, wie soll ich es sagen? Alles gefaked. Der Erzähler macht die Retourkutsche und verkitscht alles wunderbar. Nein, wir sind ja gar nicht tot. Nein, das Geballere und der gemeinsame Selbstmord waren nur ein Scherz. HA HA! Reingefallen. In Wirklichkeit sind wir alle glücklich am anderen Ende der Welt, helfen armen Kindern und leben gut bis ans Ende unserer Tage. Tut mir leid – da musste ich fast kotzen. Ich muss zugeben, ich habe geheult bei diesem Ende, bei dem alles den Bach runterging. Und dann dieses Zurückspulen – einfach lächerlich. Danke Filmindustrie, dass du alles so wunderbar massentauglich machst. Geld geb ich für deine Schwachsinn-Produktionen und deine gebügelten Enden sicher nicht mehr aus.

Ende gut, alles gut? Ach Hollywood, fick dich doch.

fuck

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